Malbar


Wie bist du auf die Idee der Malbar gekommen?

Zu der Zeit lebte ich noch in Frankfurt, hatte meinen Job in der Tourismusbranche gekündigt und suchte nach einer neuen Perspektive. Ich wollte zukünftig etwas machen, dass für mich Sinn machte.

Eines Tages lief ich an einem Laden vorbei, in dem man Keramik bemalen konnte. Ich probierte es aus und war so begeistert, dass ich in der Woche gleich noch zweimal da war. Das war insbesondere deshalb so ungewöhnlich, weil ich über mich selbst immer gesagt hätte nicht sonderlich kreativ zu sein und zum Malen keinen wirklichen Zugang zu haben. So viel Spaß beim Keramik malen zu haben, war für mich selbst eine Überraschung. Aus dem Grund kann ich heute auch unseren Kunden immer guten Gewissens sagen, dass man kein großer Künstler sein muss, um daran Spaß zu haben und tolle Werke zu gestalten.

Mit dem Konzept des Keramikbemalens hatte ich eine tolle Möglichkeit gefunden Soziales und Kreatives zu verbinden und einen Ort des Verweilens zu schaffen, in dem die Menschen mit glücklichen und stolzen Augen ihre eigenen Meisterwerke kreieren.

Da das Thema Keramik ganz neu für mich war, habe ich Workshops und Schulungen gemacht, um mir das Wissen anzueignen was ich brauchte und mich dann dazu entschieden, die Malbar zu eröffnen. Ich wollte die Idee weiter ausbauen und das Malen auch für Schulen, Familienhilfezentren etc. anbieten, um auch Kindern und Familien das Malen zu ermöglichen die sonst vielleicht keinen Zugang dazu hätten. So ist es dann auch gekommen und heute gibt es sowohl die Malbar als auch viele kleine Initiativen außerhalb des Ladens.


Wolltest du immer schon Selbstständig sein?

Das kann ich so nicht sagen. Für mich war „warum“ ich etwas tue wichtiger als die Form in der ich es mache. An die Verwirklichung der Malbar habe ich so sehr geglaubt, dass die Selbstständigkeit sich dann irgendwie ganz natürlich ergeben hat.


Was kann man in der Malbar alles machen?

In der Malbar kann man Keramik selbst bemalen. Dazu muss man kein großer Künstler sein, denn wir halten allerlei Materialien und Techniken bereit, die es ganz leicht machen, sein eigenes Lieblingsstück zu gestalten. Ob getupft, gestempelt, abgeklebt, mit Bleistift vorgezeichnet oder frei drauf losgemalt – die Möglichkeiten sind grenzenlos. Natürlich sind wir jeder Zeit da um zu helfen und mit Tipps und Tricks zu unterstützen. Wir staunen jeden Tag aufs Neue, wenn wir die Brennöfen öffnen, wie toll und einzigartig die Stücke wieder geworden sind und welche Ideen ihren Weg auf Keramik finden.

Wer alles zu uns kommt? Das ist ganz bunt gemischt. Die jüngste Künstlerin war 2 Wochen alt und hat ihre Fußabdrücke auf Keramik hinterlassen, die älteste Künstlerin war 91 und hat ein altes Geschirrmotiv nachgemalt.

Anlässe um zu uns zu kommen gibt es viele. Ob alleine, mit Freunden, zur Geburtstagsparty, Junggesellinnenabschied oder für ein kreatives Team Event. Aber eigentlich braucht es gar keinen konkreten Anlass, denn Keramik bemalen ist wie eine kleine Auszeit vom Alltag. Und so eine Auszeit tut ja immer gut…


Wie gehst du mit der aktuellen Krise um und was hat sich für dich dadurch geändert?

Da wir die Malbar wegen der Corona-Auflagen fast zwei Monate lang schließen mussten, hatte sich für uns alles verändert. Es war auf einmal gespenstisch ruhig im Laden und wir mussten schnell überlegen, wie es für uns weiter gehen kann. Da Malen aber nicht nur in der Malbar, sondern auch Zuhause Spaß macht, haben wir kurzerhand einen Online-Shop mit Lieferservice eröffnet und die Keramiken zu unseren Kunden gebracht. Man konnte auch im Laden vorbeikommen und sich die Keramiken mit nach Hause nehmen. Diese Möglichkeit gibt es natürlich auch weiterhin.

Die letzten Wochen waren für uns nicht leicht, aber ich empfand die Krise auch, als kreativen Denkanstoß um neue Ideen zu entwickeln und sich aus der eigenen Komfortzone zu bewegen.


Wie kann man dich und deine Arbeit momentan unterstützen?

Wir haben endlich wieder geöffnet und freuen uns über jeden der zum Malen kommt oder sich einen „Malkorb To Go“ zusammenstellt und Keramiken und Farben einfach mit nach Hause nimmt. Sozusagen „Kreativ durch die Krise“ 🙂