Tabula Rosa


Wie bist du zu TABULA ROSA gekommen?

Die Eröffnung eines Vintage-Ladens bzw. einer kleinen Boutique war ein lang ersehnter Traum – entstanden irgendwann während meiner Ausbildung. Damals habe ich ständig am imaginären Konzept gefeilt und vor mich hingeträumt. Das ist etwa 15 Jahre her. Ein paar Jahre später, kurz vorm Ende meiner Weiterbildung zur Marketing-Kommunikationswirtin, musste ich ein Thema für meine Abschlussarbeit wählen. Da kam mir die Idee, das notwendige Übel mit dem nützlichen Vergnügen zu verbinden und die Diplomarbeit mit der Geschäftsidee zu verknüpfen: „Entwicklung eines Storekonzepts“ – Schwerpunkt Kommunikationsdesign. Danach gab‘s das Hirngespinst dann endlich auch schwarz auf weiß.

Einen Laden zu eröffnen war also schon früh mein Plan, aber wie, wann und wo – das hat sich alles recht spontan Anfang 2017 ergeben, als ich eigentlich gar nicht damit gerechnet hatte. Über die Jahre hinweg besichtigte ich immer mal wieder freie Ladenlokale, doch der Funke ist nie übergesprungen. Lange habe ich mir die Umsetzung auch schlichtweg nicht zugetraut. Aber plötzlich haben die passenden Räumlichkeiten MICH gefunden und ich hatte zum ersten Mal das Gefühl, dass alles passt – auch wenn ich völlig überrumpelt war: Der Zeitpunkt für den Start eines Unternehmens, direkt nach dem Studium und ohne eigene finanzielle Mittel, erschien mir anfangs ziemlich gewagt. Da das Ladenlokal aber relativ klein ist – zumindest im Vergleich zu meiner früheren Vorstellung und Konzeption – hielt sich das Risiko in einem überschaubaren Rahmen.

Im „TABULA ROSA – second and” findet man auch sonst nur noch einen kleinen Teil des ursprünglichen Diplomarbeit-Konzepts (geänderter Name, anderer Standort, kleinere Räumlichkeiten). Nichtsdestotrotz bin ich super happy mit dem, was dabei herausgekommen ist und sehr froh, diesen Schritt gewagt zu haben, auch wenn es nicht immer so rosig ist, wie ich es mir seinerzeit ausgemalt hatte.


Wolltest du immer schon selbstständig sein?

‚Immer’ glaube ich nicht … während meiner Ausbildung und der anschließenden Anstellung hat sich allerdings bald gezeigt, dass ich mich nicht ewig für andere krumm machen möchte und lieber in die eigene Tasche verdienen will. So ganz selbstständig bin ich jedoch gar nicht: Ich habe weiterhin eine Festanstellung in Teilzeit, der Betrieb des Ladens erfolgt im Nebenerwerb.


Was bietest du in deinem Laden alles an?

Im TABULA ROSA gibt’s Bekleidung, Schuhe und Accessoires für Frauen und Männer – vor allem bunt und unkonventionell. Das Hauptaugenmerk liegt auf Vintage-Mode aus den 80ern und 90ern, es gibt aber auch immer neue Einzelstücke. Außerdem können Designer und Künstler aus der Region den Laden nutzen, um ihre Kreationen anzubieten oder ihn gleich im Ganzen als Showroom mieten.


Wie gehst du mit der aktuellen Krise um und was hat sich für dich dadurch geändert?

Geändert hat sich in erster Linie unser Warenangebot: Wir sind nach der Wiedereröffnung kurzzeitig zum Maskenfachhandel „mutiert“.

Ansonsten bin ich trotz der Krise erstaunlich gelassen, zudem sogar motivierter und zuversichtlicher als vorher. Das liegt zum einen daran, dass ich dank der schwierigen und oft sehr belastenden Anfangsphase, in der ich auch drei Jahre nach der Gründung immer noch stecke, mittlerweile echt krisenerprobt bin. Mich bringt so schnell nichts mehr aus der Fassung.

Zum anderen habe ich dringend mal eine Auszeit gebraucht, und die hat mir diese Pandemie verschafft. Klingt vielleicht etwas absurd, aber für mich hat die Corona-Zeit tatsächlich überwiegend Positives mit sich gebracht.


Wie kann man dich und deine Arbeit momentan unterstützen?

Am einfachsten natürlich, indem man vorbeikommt und sich für den bevorstehenden Sommer eindeckt! Aufgrund der immer noch angespannten Lage kann ich aber auch verstehen, dass viele Kunden weiterhin verunsichert sind und eher fernbleiben, obwohl wir natürlich alle notwendigen Hygienemaßnahmen getroffen haben. 
Wem shoppen in freier Wildbahn noch nicht ganz geheuer ist, der kann uns mit Gutscheinen supporten (#gemeinsamdadurch). Auch mit Kleiderspenden, insbesondere mit Highlights aus Muttis oder Omis Schrank, kann man uns helfen, einigermaßen stabil durch die Krise zu kommen.