Textilerie Saarlouis

Wie bist du zur Textilerie gekommen?

Zur Textilerie kam ich eigentlich durch den puren Zufall. Nach meinem Modedesign Studium an der Hochschule Trier bin ich zunächst als Designerin in der Reitsportbranche tätig gewesen. Ende 2018 war es Zeit für Veränderungen und ich habe meinen alten Job beendet, um mich auf zu neuen Ufern zu machen. 

Ich war eigentlich gerade in der Findungsphase, habe neue Bewerbungen geschrieben, offene Stellen durchforstet und parallel Überlegungen angestellt, mich als Designerin selbstständig zu machen. Dann las ich eine Anzeige mit dem Aufruf „Nachfolger/in für Schneiderei gesucht“.

Das war ich mir dann einfach spontan und ohne große Erwartungen ansehen – und drei Monate später habe ich die Schneiderei übernommen und schon war sie da, die Textilerie Saarlouis!


Wolltest du immer schon Selbstständig sein?

Nein, das kann ich nicht sagen, das hat sich einfach so ergeben.


Was bietest du in der Textilerie alles an?

Textilerie Saarlouis ist in erster Linie eine Maß- und Änderungsschneiderei. Wir bieten Reparaturen, Anpassungen und Änderungen von Bekleidung und textilen Objekte jeglicher Art an. Zusätzlich möchte ich in naher Zukunft Nähkurse und Workshops rund um das textile Gestalten anbieten. Wir haben zusätzlich eine kleine Verkaufsecke, wo z.B. handgefertigter Schmuck und andere Unikate zu finden sind.


Wie gehst du mit der aktuellen Krise um und was hat sich für dich dadurch geändert?

Die Krise bedeutet für mich bereits seit Beginn an eines: viele, viele, viele Überstunden. Ich musste mehr und härter arbeiten, als je zuvor. Doch, Gott sei Dank, hatte ich die Möglichkeit, überhaupt zu arbeiten.

Ich habe mich – wie die meisten Menschen, die eine Nähmaschine besitzen – direkt ran gemacht, Stoffmasken zu nähen. Trotz aller Widrigkeiten habe ich dann gemerkt: Es geht weiter, es ist nicht das Ende! Das hat mir nach dem ersten Gründungsjahr und trotz Krise wieder einen richtigen Schwung Selbstvertrauen gegeben. Auch wenn die Aussichten nicht immer rosig sind, hilft es nichts, zu verzagen. Es kann gut sein sich auf Veränderungen einzulassen.

Ich versuche stets, hochwertige Arbeit zu leisten, denn ich glaube an qualitätvolle, handwerkliche Arbeit und das hat sich in den vergangenen Wochen ausgezahlt. Das Schneiderhandwerk ist zeitlos, bodenständig und solide und hat auch in Krisenzeiten bestand. Dieser Gedanke erfüllt mich. Die Krise hat mir geholfen, das herauszufinden.


Wie kann man dich und deine Arbeit momentan unterstützen?

Wie wär’s damit: Kleiderschrank durchforsten, Modeleichen auskramen, kaputte Lieblingsjeans mitbringen und wir schauen gemeinsam, was noch zu retten ist?